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Wo stehen wir aktuell?
Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils Eichholz beschäftigen sich schon seit Jahren mit einer zentralen Frage:
Wird es hier endlich öffentliche Ladesäulen für Elektroautos geben – und wenn ja, wo und wann?
Gerade in einem Stadtteil mit dichter Bebauung, getrennten Wohn- und Parkflächen und wenigen privaten Lademöglichkeiten ist das Thema für viele Menschen von großer Bedeutung.
Update 24. September 2026: Erste Ladesäule steht – drei weitere folgen
Beim Thema E-Ladesäulen im Eichholz gibt es inzwischen sichtbare Fortschritte: Die erste Ladesäule mit zwei Ladepunkten wurde inzwischen an der Kreuzung Theodor-Heuss-Straße/Nebelhornstraße aufgestellt. Betreiber dieser Säule ist der Anbieter Wirelane.

Damit kommt zusätzlich zu den bisher geplanten Standorten am Ladenzentrum ein weiterer Standort im Eichholz hinzu. Die Stadtverwaltung teilte uns auf Nachfrage mit, dass die Säule auf Antrag von Wirelane genehmigt wurde und nun in Kürze in Betrieb gehen soll.
Drei weitere Säulen in der Watzmannstraße
Auch die ursprünglich geplanten Lademöglichkeiten an der Watzmannstraße kommen jetzt in die Umsetzung. Dort sollen drei weitere Ladesäulen mit insgesamt sechs Ladepunkten entstehen. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist der Bau für die kommenden Wochen vorgesehen.
Der Standort musste allerdings gegenüber der ursprünglichen Planung etwas verändert werden. Grund dafür sind komplizierte Eigentumsverhältnisse und vorhandene Leitungswege. Die drei Säulen werden nun auf dem zwischen Straße und grüner Insel gelegenen Parkstreifen, unmittelbar neben der Sperrfläche am Zebrastreifen, errichtet.
Betreiber dieser drei Säulen werden die Stadtwerke Sindelfingen sein.
Damit sind im Eichholz künftig insgesamt vier Ladesäulen mit acht Ladepunkten vorgesehen bzw. bereits vorhanden – verteilt auf zwei Standorte.
Was kommt danach?
Mit der neuen Säule an der Theodor-Heuss-Straße/Nebelhornstraße und den geplanten drei Säulen an der Watzmannstraße wird die ursprüngliche Planung nun konkreter. Interessant wird auch sein, wie die verschiedenen Standorte tatsächlich angenommen werden.
Die Stadtverwaltung möchte die Nutzung und Auslastung der neuen Ladepunkte beobachten. Auch wir werden das Thema deshalb weiter verfolgen und zu gegebener Zeit über die Erfahrungen und die tatsächliche Nutzung der Ladesäulen berichten.
Stand – Update Februar 2026
Die Stadtverwaltung hat im Februar 2026 über den aktuellen Stand informiert:
Die bisherigen Ausschreibungen für die geplanten Ladesäulenstandorte waren nicht erfolgreich und müssen nun erneut ausgeschrieben werden. Dieses Mal wird ein sogenanntes funktionales Verfahren angewendet.
Die Verwaltung rechnet dadurch mit einer Verzögerung von etwa drei Monaten.
Die Umsetzung der Standorte ist nun im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen.
Quelle: Beschlussvorlage 05/2026
Rückblick – Update Oktober 2025
Bereits im Oktober 2025 hatte die Stadt auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Ausschreibung der geplanten Standorte läuft – darunter auch die Ladesäulen in der Watzmannstraße.
Damals war vorgesehen, die Vergabe bis Ende Oktober 2025 abzuschließen. Die Einschätzung der Verwaltung war zu diesem Zeitpunkt vorsichtig optimistisch, dass sich ein geeigneter Anbieter finden würde.
Ob die Bauarbeiten noch im Herbst oder Winter 2025/2026 hätten beginnen können, war allerdings offen. Als Unsicherheitsfaktoren wurden unter anderem genannt:
- Witterung
- verfügbare Baukapazitäten
- Netzanschlüsse der Energieversorger
Spätestens im Frühjahr 2026 sollte ursprünglich mit der Umsetzung im Eichholz begonnen werden – ein Zeitplan, der sich nun verschoben hat.
Geplante Standorte im Eichholz
Nach aktuellem Planungsstand sind im Eichholz:
- drei Ladesäulen
- mit insgesamt sechs Ladepunkten
vorgesehen.
Die Standorte sollen im nördlichen Bereich der Insel, direkt rechts des Fußgängerüberwegs, entstehen – also dort, wo bereits heute öffentliche Parkflächen vorhanden sind.
Ein Thema mit Vorgeschichte: Engagement seit 2018
Wichtig ist:
Das Thema Ladeinfrastruktur ist im Eichholz kein neues Anliegen.
Bereits seit 2018 beschäftigen sich Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils intensiv mit der Frage, wie Elektrofahrzeuge auch hier sinnvoll geladen werden können. Dabei wurden früh grundlegende Probleme sichtbar, die bis heute viele Wohnquartiere in Sindelfingen betreffen.
Strukturelle Hürden in Wohngebieten
Die Stadt Sindelfingen beschreibt diese Herausforderungen inzwischen auch offiziell. Gründe, warum private Ladeinfrastruktur vielerorts nur schwer umzusetzen ist, sind unter anderem:
- Trennung von Wohn- und Parkflächen (z. B. Reihenhausanlagen)
- fehlende Leitungs- und Nutzungsrechte
- unzureichende Netzanschlusskapazitäten
- veraltete Hauselektrik
- komplexe Entscheidungsprozesse in Wohnungseigentümergemeinschaften
Gerade im Eichholz treffen mehrere dieser Punkte gleichzeitig zu.
Elektromobilität in Sindelfingen: Dynamik mit besonderem Druck
Hinzu kommt eine besondere lokale Situation:
Der mit Abstand größte Arbeitgeber vor Ort ist ein weltweit bekannter Automobilhersteller.
Viele Mitarbeitende wechseln ihre Fahrzeuge im Jahresrhythmus – zunehmend auch hin zu Elektrofahrzeugen. Das führt dazu, dass die Zahl der E-Autos innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen kann, sowohl stadtweit als auch im Stadtteil.
Die Zahlen unterstreichen diese Entwicklung:
- Über 23 % aller angemeldeten PKW in Sindelfingen waren Stand Oktober 2025 elektrisch betrieben
- Damit gehört Sindelfingen zu den Spitzenreitern unter deutschen Kommunen
Die Stadt sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele – und zugleich einen klaren Handlungsauftrag.
Das E-Lade-Konzept der Stadt Sindelfingen
Um auf diese Entwicklung zu reagieren, hat die Stadt bereits 2022 ein umfassendes E-Lade-Konzept beschlossen. Darin ist geregelt:
- wie private Unternehmen öffentlich zugängliche Normalladeinfrastruktur im Straßenraum errichten können
- wie der Ausbau von Schnellladeinfrastruktur geplant und ermöglicht wird
- wie Standorte bedarfsgerecht und digital gesteuert entwickelt werden
Eine zentrale Rolle spielen dabei die Stadtwerke Sindelfingen als Netzbetreiber sowie deren Tochtergesellschaft „Stadtwerke Sindelfingen Mobility“ als Ladesäulenbetreiber.
Ebenfalls 2022 wurde eine Richtlinie für Investoren und Betreiber von Ladeinfrastruktur erlassen, um den Ausbau gezielt zu steuern und zu beschleunigen.
Ausblick
Auch wenn sich die Umsetzung im Eichholz erneut verzögert, bleibt festzuhalten:
- Das Thema ist politisch gesetzt
- die strukturellen Probleme sind erkannt
- und der Bedarf ist unstrittig
Sobald die erneute Ausschreibung abgeschlossen ist, eine Baufirma feststeht und ein konkreter Zeitplan vorliegt, werden wir hier im Stadtteil-Blog wieder berichten.
Denn klar ist:
Eine verlässliche öffentliche Ladeinfrastruktur ist für das Eichholz kein Luxus, sondern eine notwendige Voraussetzung für die Mobilität der kommenden Jahre.
🔗Siehe hierzu auch den Aktionsplan Mobilität, Klima- und Lärmschutz

Beitragtext und Bilder: Thomas Alf und Rolf-Uwe Grünewald
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