Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils Eichholz fragen sich schon seit Längerem: Wird es hier bald Ladesäulen für Elektroautos geben – und wenn ja, wo genau?
Aktueller Stand (Update Oktober 2025)
Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage mitteilte, läuft derzeit die Ausschreibung der geplanten Standorte, unter anderem auch für die Ladesäulen in der Watzmannstraße. Die Vergabe soll bis Ende Oktober 2025 abgeschlossen sein. Es sieht aktuell gut aus, dass sich ein geeigneter Anbieter findet.
Ob die Bauarbeiten allerdings noch im Herbst oder Winter 2025/2026 beginnen können, hängt laut der Stadtverwaltung von mehreren Faktoren ab – etwa der Witterung, den verfügbaren Baukapazitäten und den Netzanschlüssen der Energieversorger. Spätestens im Frühjahr 2026 soll die Umsetzung im Eichholz starten.
Geplante Standorte
Nach derzeitigem Stand sind drei Ladesäulen mit insgesamt sechs Ladepunkten vorgesehen. Diese sollen im nördlichen Bereich der Insel, direkt rechts des Fußgängerüberwegs, entstehen – also dort, wo bereits jetzt Parkflächen vorhanden sind.
Ausblick
Damit rückt das Ziel, auch im Eichholz eine zeitgemäße Ladeinfrastruktur aufzubauen, endlich in greifbare Nähe. Sobald die Baufirma feststeht und der genaue Zeitplan vorliegt, werden wir hier im Stadtteil-Blog erneut berichten.
Windräder sind sicher keine Schönheiten – sie verzieren die Landschaft nicht wie elegante Brücken oder historische Bauwerke. Doch sie sind sichtbare Symbole des Fortschritts. Die neuen Windräder, die im Sindelfinger Norden geplant sind, werden mit über 250 Metern Gesamthöhe deutlich sichtbar das Stadtbild prägen – und das für viele Jahrzehnte.
Allerdings waren auch Kohle- und Atomkraftwerke nie schön anzusehen. Und während deren Risiken und Umweltfolgen bekannt sind, bieten Wind- und Sonnenenergie die Chance auf eine klimaneutrale, lokale Energieversorgung – ohne Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen oder radioaktiven Abfällen.
Wo entsteht die Energiedrehscheibe NORD?
Nicht weit vom Eichholz, zwischen dem Sommerhofental und dem Stuttgarter Kreuz, entsteht ein neues Zentrum nachhaltiger Energie: die Energiedrehscheibe NORD. Hier sollen fünf Windräder gebaut werden – drei auf Sindelfinger Gemarkung, zwei auf Magstadter Seite. Doch das Projekt umfasst weit mehr als nur Windkraft:
Photovoltaikanlagen auf der ehemaligen Deponie: bereits in Betrieb, rund 3 MW Leistung (Strom für etwa 1.100 Haushalte).
Biogas-Anlage: das dort gewonnene Gas wird künftig ins lokale Netz eingespeist (36 MW = Wärmebedarf für ca. 2.300 Haushalte).
Heizwerk NORD: Fernwärme aus Holzabfällen (80 MW = Wärme für rund 5.500 Haushalte).
Windkraft:48 MW Leistung, genug Strom für rund 16.000 Haushalte.
Insgesamt ergibt das eine beeindruckende Leistung von 167 MW – genug, um den Strombedarf von über 17.000 Haushalten und den Wärmebedarf von rund 7.800 Haushalten zu decken.
Keine Belastung für das Eichholz erwartet
Die geplanten Anlagen liegen auf bereits vorbelasteten Flächen – etwa entlang der Autobahn oder auf der ehemaligen Deponie. Das ist ein wichtiger Punkt: unberührte Naturflächen wie das Eichholz bleiben verschont. Gutachten bestätigen zudem, dass keine Beeinträchtigungen durch Lärm oder Schattenwurf für das Wohngebiet Eichholz zu erwarten sind.
Herausforderung: Energie speichern und verteilen
So sinnvoll die lokale Energieerzeugung ist – sie bringt auch Herausforderungen mit sich. Wind und Sonne liefern Energie nicht immer dann, wenn sie gebraucht wird. Noch fehlen ausreichende Speichermöglichkeiten und stabile Verteilnetze. Daher kann die Energiedrehscheibe NORD den Gesamtbedarf Sindelfingens nicht vollständig decken. Fossile Energien werden vorerst weiterhin nötig bleiben – doch das Projekt ist ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit und Klimaschutz.
Was bedeutet das für den Norden Sindelfingens?
Für den Sindelfinger Norden – und damit auch für das Eichholz – bedeutet die Energiedrehscheibe vor allem eines: viele Baustellen in den nächsten Jahren. Biogasleitungen, Fernwärmenetze und Stromtrassen müssen verlegt werden.
Positiv ist allerdings, dass die Stadtwerke Sindelfingen selbst Betreiber sind – keine privaten Investoren, die auf kurzfristige Gewinne aus sind. Das schafft Vertrauen und kann auch Einfluss auf die Einhaltung von Umwelt- und Lärmschutzvorgaben haben.
Die Bauanträge für alle fünf Windräder wurden inzwischen beim Landratsamt Böblingen eingereicht – das Projekt nimmt also sichtbar Fahrt auf.
Fazit
Die Energiedrehscheibe NORD ist ein Zukunftsprojekt für Sindelfingen, das den Weg zu mehr regionaler und klimaneutraler Energieversorgung ebnet. Auch wenn Windräder keine Schönheitspreise gewinnen, sind sie doch ein sichtbares Zeichen für Verantwortung und Wandel – hin zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung, von der auch das Eichholz profitieren kann.
Bildquellen: Alle Bilder in diesem Beitrag- Mit freundlicher Genehmigung der Stadtwerke Sindelfingen
Bild oben: Fotomontage-Windräder vom Sommerhofental aus gesehen wo die Straße (Hohenzollernstraße) vom Eschenried zum Badezentrum führt (maßstabsgestreu).
Monatelang war die Fläche der ehemaligen Eichholz-Arena abgesperrt – nun soll endlich etwas passieren. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wird dort ein neues Spiel- und Klettergerüst für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren installiert. Der Aufbau soll zeitnah beginnen.
Ersatz für verlorene Spielflächen
Die Entscheidung, die Fläche künftig als kleinen Spielbereich zu nutzen, ist grundsätzlich sinnvoll. Gerade in den Sommermonaten, wenn der beliebte Spielplatz Holzi wegen des Eichenprozessionsspinners (siehe unseren separaten Bericht) geschlossen werden muss, fehlt im Stadtteil eine große Spielfläche mit Geräten. Der neue Standort könnte hier zumindest eine kleine Ausweichmöglichkeit bieten.
Kritik: Kaum Schatten und wenig Fläche
Allerdings zeigt sich schnell, dass der Ersatz nur bedingt geeignet ist: Die ehemalige Arena bietet kaum Beschattung, was eine Nutzung in der Mittagszeit im Sommer nahezu ausschließt. Zudem handelt es sich um eine relativ kleine Fläche, auf der lediglich ein einzelnes Spielgerät Platz findet – ein echter Ersatz für den Holzi-Spielplatz ist das also nicht.
Wichtig für viele Kinder
Nicht nur Familien aus dem Stadtteil, auch die Stadtranderholung im Täle nutzt im Sommer regelmäßig alle drei Spielplätze im Eichholzwald – den Schleicher, das Eichholzer Täle und den Holzi. Die zeitweisen Sperrungen treffen also viele Kindergruppen gleichzeitig.
Bürgerbeteiligung kam zu kurz
Positiv hervorzuheben ist, dass die Stadtverwaltung überhaupt versucht, Ersatz zu schaffen. Weniger erfreulich ist allerdings, dass es kaum Gelegenheit für eine echte Bürgerbeteiligung gab. Gerade bei Projekten, die das Gesicht eines Stadtteils über Jahrzehnte prägen, wäre es wichtig, die Anwohner frühzeitig einzubeziehen. Schließlich handelt es sich um öffentlich finanzierte Maßnahmen – also um das Geld der Bürgerinnen und Bürger.
Fazit
Trotz aller Kritik ist der neue Spielbereich sicher besser als eine ungenutzte, abgesperrte Fläche. Doch das Beispiel zeigt erneut, dass in manchen Bereichen der Stadtverwaltung die Kommunikation mit den Bürgern verbessert werden sollte.
Nachtrag vom 09.12.2025: Am 08.12.2025 fand die Einweihung des Spielplatzes statt- ohne Quartiersarbeit und ohne Mitglieder des AK Verkehr und Gestaltung vom Inseltreff. Die AK Mitglieder hatten keine Kenntis vom Termin erhalten. Der AK hatte unter anderem vorgeschlagen, nicht wie von der Stadtverwaltung geplant, die Fläche unter dem Klettergerüst mit Sand aufzufüllen. In den Reihenhäusern, die sich unmittelbarer Nähe befinden, sind zahlreiche Freigängerkatzen unterwegs, welche die Sandfläche zweckentfremdet hätten. Weiter vermissen wir noch die Holzunterlagen mit Lehne als Sitzgelegenheit für Erwachsene. Diese waren auf den Plänen eingezeichnet. Aktuell sind keine vorhanden. Das Arena-Kapitel schließt jedenfalls so ab, wie es begonnen hat. Mit mangelhafter Kommunikation, die trotz mehrmaligem Ansprechen, bisher keine Verbesserung erfahren hat.
Thomas Alf
admin
Der Platz an dem die Arena stand, mit dem neuen Spiel- und Klettergerüst.Die ehemalige baufällige Arena, abgesperrt mit einem Bauzaun. So sah der Platz Anfang 2025 aus.