Der Jahreswechsel 2024/2025 verlief im Sindelfinger Stadtteil Eichholz alles andere als ruhig.
Drei Tage lang wurde ohne Rücksicht geböllert, Raketen gezündet und Feuerwerk abgebrannt – oft deutlich außerhalb der erlaubten Zeiten. Besonders rund um die Watzmannstraße herrschte Dauerlärm, und viele Anwohner berichten von massiver Lärmbelästigung und illegalen Böllern.
Zwei Brände- Friedrich-Ebert-Straße und Theodor-Heuss-Straße
In der Silvesternacht kam es schließlich zu zwei Wohnungsbränden in bzw. an der Friedrich-Ebert-Straße, ausgelöst durch Feuerwerkskörper.
Glücklicherweise wurde niemand verletzt – doch der Sachschaden ist erheblich, und eine betroffenen Wohnung ist bis heute unbewohnbar (September 2025).
Ein Vorfall, der erneut die Frage aufwirft: Macht privates Feuerwerk in dicht besiedelten Wohngebieten überhaupt noch Sinn?
Gefährliches Verhalten und fehlende Kontrollen
Anwohner schildern Szenen, die fassungslos machen:
Kinder zwischen brennenden Feuerwerksbatterien, Raketenstarts an der Christbaumsammelstelle, Feuerwerk in unmittelbarer Nähe zu geparkten Autos – und das alles ohne jede Rücksicht.
Sicherheitsvorschriften oder Ruhezeiten schienen kaum jemanden zu interessieren.
Besonders problematisch: Kontrollen durch Polizei oder Ordnungsdienst fanden praktisch nicht statt.
Dadurch konnte jeder zünden, was und wann er wollte – ganz gleich, ob die Artikel legal oder illegal waren.
Wachsende Kritik in der Bevölkerung
Die Menge an verkauftem Feuerwerk steigt seit Jahren, ebenso der Gehalt an Schwarzpulver in legalen Produkten.
Über das Internet gelangen zudem viele illegale Böller nach Deutschland.
Immer mehr Bürgerinnen und Bürger sehen das kritisch – nicht nur wegen der Brandgefahr, sondern auch wegen Feinstaub, Müll, Tierleid und den Kosten für Feuerwehr und Versicherungen, die letztlich alle tragen.
Auch Leserbriefe in der SZ/BZ zeigen: Die Mehrheit der Stadtbewohner lehnt Feuerwerk in Wohngebieten ab.
Viele berichten von verstörten Haustieren, schlaflosen Nächten und der Sorge, dass ein Funke genügen könnte, um das eigene Haus in Brand zu setzen.
Forderung nach Regeln und Alternativen
Während Städte wie Stuttgart oder Holzgerlingen bereits Maßnahmen ergriffen haben, bleibt Sindelfingen bislang untätig.
Die IG-Eichholz fordert deshalb die Stadtverwaltung und den Gemeinderat auf, endlich zu handeln:
- Klare Regeln und Kontrollen – Sanktionen für Verstöße gegen erlaubte Feuerwerkszeiten.
- Verbot von Feuerwerk in Wohngebieten, analog zu Stuttgart.
- Zulassung nur an ausgewiesenen Standorten, fern von Gebäuden und Waldflächen.
- Zentrales Stadtfeuerwerk oder Lasershow, organisiert von Profis – ein sicheres Erlebnis für alle.
Zeit für ein Umdenken
Die Ereignisse an Silvester 2024/2025 zeigen deutlich:
Es braucht mehr Verantwortung und klare Grenzen beim privaten Feuerwerk.
Denn wenn Freude in Gefahr umschlägt, ist niemandem geholfen.
Das Eichholz – wie auch andere Stadtteile – wünscht sich ein sicheres, gemeinschaftliches und rücksichtsvolles Jahresende.
Weiterführende Links/Informationen zum Thema:
Petition mit über 2,7 Mio. Unterschriften (Stand 30/12/2025)

Mittlerweile 55 Organisationen fordern ein Böllerverbot. Die ersten Unterschriften wurden bereits auf der Innenministerkonferenz übergeben
#böllerciao als Hashtag bei der Suche z.B. in Google eingeben.
Link Ministerium Baden-Württemberg
Einen Ausdruck dieses Blog-Beitrags haben wir am Samstag den 08.11.2025 ,während des Sindelfinger Wochenmarktes, an Oberbürgermeister Kleemann übergeben und Ihm den Sachverhalt persönlich erläutert. Seine Worte vom Mai 2025: Zuhören-Verstehen-Machen. Wir nehmen Ihn beim Wort.
Meldung von Verstößen-direkter Draht zu den Behörden:
Bei akuter Gefahr die 📞 110 wählen
Hinweise ohne akute Gefahr:📞 07031/94-333
Der AB wird abgehört Mo-Do von 8-24 Uhr, Fr. u.Sa. bis 3 Uhr
Ausserhalb der Dienstzeiten des Ordnungsamts kann das Polizeirevier Sindelfingen verständigt werden unter Tel.:
Link Ordungsamt der Stadt Sindelfingen (Leider seit 12/2025 nicht mehr verfügbar)
Link Pressemitteilung der Stadt zu Feuerwerk 2025

