Schlagwort: Energiewende

  • Ladesäulen im Eichholz: Wann kommt die Ladeinfrastruktur endlich?

    Ladesäulen im Eichholz: Wann kommt die Ladeinfrastruktur endlich?

    Wo stehen wir aktuell?

    Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils Eichholz beschäftigen sich schon seit Jahren mit einer zentralen Frage:
    Wird es hier endlich öffentliche Ladesäulen für Elektroautos geben – und wenn ja, wo und wann?

    Gerade in einem Stadtteil mit dichter Bebauung, getrennten Wohn- und Parkflächen und wenigen privaten Lademöglichkeiten ist das Thema für viele Menschen von großer Bedeutung.


    Aktueller Stand – Update Februar 2026

    Die Stadtverwaltung hat im Februar 2026 über den aktuellen Stand informiert:

    Die bisherigen Ausschreibungen für die geplanten Ladesäulenstandorte waren nicht erfolgreich und müssen nun erneut ausgeschrieben werden. Dieses Mal wird ein sogenanntes funktionales Verfahren angewendet.

    Die Verwaltung rechnet dadurch mit einer Verzögerung von etwa drei Monaten.
    Die Umsetzung der Standorte ist nun im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen.

    Quelle: Beschlussvorlage 05/2026


    Rückblick – Update Oktober 2025

    Bereits im Oktober 2025 hatte die Stadt auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Ausschreibung der geplanten Standorte läuft – darunter auch die Ladesäulen in der Watzmannstraße.

    Damals war vorgesehen, die Vergabe bis Ende Oktober 2025 abzuschließen. Die Einschätzung der Verwaltung war zu diesem Zeitpunkt vorsichtig optimistisch, dass sich ein geeigneter Anbieter finden würde.

    Ob die Bauarbeiten noch im Herbst oder Winter 2025/2026 hätten beginnen können, war allerdings offen. Als Unsicherheitsfaktoren wurden unter anderem genannt:

    • Witterung
    • verfügbare Baukapazitäten
    • Netzanschlüsse der Energieversorger

    Spätestens im Frühjahr 2026 sollte ursprünglich mit der Umsetzung im Eichholz begonnen werden – ein Zeitplan, der sich nun verschoben hat.


    Geplante Standorte im Eichholz

    Nach aktuellem Planungsstand sind im Eichholz:

    • drei Ladesäulen
    • mit insgesamt sechs Ladepunkten

    vorgesehen.

    Die Standorte sollen im nördlichen Bereich der Insel, direkt rechts des Fußgängerüberwegs, entstehen – also dort, wo bereits heute öffentliche Parkflächen vorhanden sind.


    Ein Thema mit Vorgeschichte: Engagement seit 2018

    Wichtig ist:
    Das Thema Ladeinfrastruktur ist im Eichholz kein neues Anliegen.

    Bereits seit 2018 beschäftigen sich Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils intensiv mit der Frage, wie Elektrofahrzeuge auch hier sinnvoll geladen werden können. Dabei wurden früh grundlegende Probleme sichtbar, die bis heute viele Wohnquartiere in Sindelfingen betreffen.


    Strukturelle Hürden in Wohngebieten

    Die Stadt Sindelfingen beschreibt diese Herausforderungen inzwischen auch offiziell. Gründe, warum private Ladeinfrastruktur vielerorts nur schwer umzusetzen ist, sind unter anderem:

    • Trennung von Wohn- und Parkflächen (z. B. Reihenhausanlagen)
    • fehlende Leitungs- und Nutzungsrechte
    • unzureichende Netzanschlusskapazitäten
    • veraltete Hauselektrik
    • komplexe Entscheidungsprozesse in Wohnungseigentümergemeinschaften

    Gerade im Eichholz treffen mehrere dieser Punkte gleichzeitig zu.


    Elektromobilität in Sindelfingen: Dynamik mit besonderem Druck

    Hinzu kommt eine besondere lokale Situation:
    Der mit Abstand größte Arbeitgeber vor Ort ist ein weltweit bekannter Automobilhersteller.

    Viele Mitarbeitende wechseln ihre Fahrzeuge im Jahresrhythmus – zunehmend auch hin zu Elektrofahrzeugen. Das führt dazu, dass die Zahl der E-Autos innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen kann, sowohl stadtweit als auch im Stadtteil.

    Die Zahlen unterstreichen diese Entwicklung:

    • Über 23 % aller angemeldeten PKW in Sindelfingen waren Stand Oktober 2025 elektrisch betrieben
    • Damit gehört Sindelfingen zu den Spitzenreitern unter deutschen Kommunen

    Die Stadt sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele – und zugleich einen klaren Handlungsauftrag.


    Das E-Lade-Konzept der Stadt Sindelfingen

    Um auf diese Entwicklung zu reagieren, hat die Stadt bereits 2022 ein umfassendes E-Lade-Konzept beschlossen. Darin ist geregelt:

    • wie private Unternehmen öffentlich zugängliche Normalladeinfrastruktur im Straßenraum errichten können
    • wie der Ausbau von Schnellladeinfrastruktur geplant und ermöglicht wird
    • wie Standorte bedarfsgerecht und digital gesteuert entwickelt werden

    Eine zentrale Rolle spielen dabei die Stadtwerke Sindelfingen als Netzbetreiber sowie deren Tochtergesellschaft „Stadtwerke Sindelfingen Mobility“ als Ladesäulenbetreiber.

    Ebenfalls 2022 wurde eine Richtlinie für Investoren und Betreiber von Ladeinfrastruktur erlassen, um den Ausbau gezielt zu steuern und zu beschleunigen.


    Ausblick

    Auch wenn sich die Umsetzung im Eichholz erneut verzögert, bleibt festzuhalten:

    • Das Thema ist politisch gesetzt
    • die strukturellen Probleme sind erkannt
    • und der Bedarf ist unstrittig

    Sobald die erneute Ausschreibung abgeschlossen ist, eine Baufirma feststeht und ein konkreter Zeitplan vorliegt, werden wir hier im Stadtteil-Blog wieder berichten.

    Denn klar ist:
    Eine verlässliche öffentliche Ladeinfrastruktur ist für das Eichholz kein Luxus, sondern eine notwendige Voraussetzung für die Mobilität der kommenden Jahre.

    🔗Siehe hierzu auch den Aktionsplan Mobilität, Klima- und Lärmschutz

    Ab 2026 soll endlich auch eine Möglichkeit im Stadtteil Eichholz zum aufladen von E-Fahrzeugen sein
  • Energiedrehscheibe NORD– Sindelfingen setzt auf Windkraft und erneuerbare Energien

    Energiedrehscheibe NORD– Sindelfingen setzt auf Windkraft und erneuerbare Energien


    Was ist die Energiedrehscheibe Nord in Sindelfingen?

    Die Energiedrehscheibe Nord in Sindelfingen, entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kreismülldeponie Dachsklinge unweit vom Wohngebiet Eichholz und soll in Zukunft mehrere erneuerbare Energiequellen miteinander verbinden. Ziel ist es, an einem Standort verschiedene Technologien zu bündeln und damit einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energieversorgung zu leisten.

    Bereits heute sind erste Anlagen in Betrieb, weitere Projekte befinden sich in Planung. Zusammengenommen entsteht hier ein Energiecluster mit einer Gesamtleistung von rund 167 Megawatt.

    Geplante und bereits realisierte Energieanlagen an der Energiedrehscheibe

    Mehrere Energiequellen sollen an diesem Standort kombiniert werden:

    Photovoltaik auf der ehemaligen Deponie

    bereits in Betrieb

    • etwa 3 MW Leistung
    • Strom für rund 1.100 Haushalte

    Die Photovoltaikanlage nutzt die große Fläche der ehemaligen Deponie zur Stromproduktion aus Sonnenenergie.


    Biogasanlage

    seit März 2026 in Betrieb

    • Einspeisung von Biomethan ins Gasnetz
    • etwa 36 MW Energieleistung
    • Wärme für rund 2.300 Haushalte

    Mit der neuen Anlage wird aus organischen Reststoffen Biomethan erzeugt, das in das regionale Gasnetz eingespeist werden kann.


    Heizwerk Nord

    geplant

    • Nutzung von Holzabfällen
    • etwa 80 MW Leistung
    • Wärme für rund 5.500 Haushalte

    Das geplante Heizwerk soll vor allem regionale Holzreste energetisch nutzen und damit zusätzliche klimafreundliche Wärme bereitstellen.


    Windkraftanlagen

    in Planung

    • geplante Leistung von rund 48 MW
    • Strom für etwa 16.000 Haushalte

    3 Windenergieanlagen sollen künftig den größten Teil der Stromproduktion an diesem Standort übernehmen.

    Herausforderung: Energie speichern und verteilen

    Die lokale Energieerzeugung bringt auch technische Herausforderungen mit sich. Wind- und Solarenergie stehen nicht immer dann zur Verfügung, wenn sie benötigt werden.

    Daher sind Speichertechnologien und leistungsfähige Stromnetze entscheidend, um die Energie zuverlässig nutzen zu können.

    Die Energiedrehscheibe Nord kann den gesamten Energiebedarf Sindelfingens daher derzeit noch nicht vollständig decken. Fossile Energieträger werden vorerst weiterhin eine Rolle spielen.


    Bedeutung für den Sindelfinger Norden

    Für den Sindelfinger Norden – und damit auch für das Eichholz – bedeutet die Energiedrehscheibe vor allem eine längere Bauphase.

    In den kommenden Jahren müssen unter anderem

    • Gasleitungen
    • Fernwärmenetze
    • Stromleitungen

    gebaut oder erweitert werden.

    Die Bauanträge für die fünf geplanten Windräder wurden beim Landratsamt Böblingen 2024 eingereicht.

    Inbetriebnahme der Biogasanlage an der Energiedrehscheibe Nord

    März 2026: An der Energiedrehscheibe Nord in Sindelfingen ist ein weiterer Baustein der Energieinfrastruktur in Betrieb gegangen. Auf dem Gelände der ehemaligen Kreismülldeponie Dachsklinge wurde eine Anlage zur Aufbereitung von Biogas zu Biomethan fertiggestellt und an das öffentliche Gasnetz angeschlossen.

    Die Anlage ist Teil eines regionalen Projekts zur energetischen Nutzung von Bioabfällen.


    Aufbereitung von Biogas zu Biomethan

    Die Anlage verarbeitet Rohbiogas, das in der Vergärungsanlage in Leonberg aus Bioabfällen gewonnen wird. Über eine rund 3,3 Kilometer lange Leitung wird das Gas nach Sindelfingen transportiert.

    Dort erfolgt die Aufbereitung mittels Membrantechnologie. Dabei wird das Rohbiogas zu Biomethan mit einer Reinheit von über 97 Prozent veredelt.

    Das aufbereitete Biomethan wird anschließend in das öffentliche Gasnetz eingespeist und kann unter anderem für die Wärmeversorgung genutzt werden.

    Nach Angaben der Betreiber können auf diese Weise jährlich rund 40.000 Megawattstunden erneuerbare Energie bereitgestellt werden.


    Nutzung des bei der Aufbereitung entstehenden CO₂

    Bei der Gasaufbereitung wird das enthaltene Kohlenstoffdioxid vom Methan getrennt.

    Das CO₂ wird anschließend verflüssigt und als Rohstoff weiterverwendet. Die Anlage ist darauf ausgelegt, jährlich etwa 5.000 Tonnen CO₂ in Lebensmittelqualität zu gewinnen.


    Regionaler Bioabfall-Kreislauf

    Die Methanisierungsanlage bildet zusammen mit der Vergärungsanlage in Leonberg einen regionalen Bioabfall-Verwertungskreislauf.

    Der Prozess funktioniert in mehreren Schritten:

    1. Bioabfälle aus den Landkreisen Böblingen und Esslingen werden gesammelt
    2. In Leonberg erfolgt die Vergärung der Bioabfälle
    3. Dabei entsteht Rohbiogas
    4. Dieses wird nach Sindelfingen transportiert
    5. Dort erfolgt die Aufbereitung zu Biomethan und die Einspeisung ins Gasnetz

    Investitionen und technische Kennzahlen

    Die Investitionskosten für die Anlage in Sindelfingen einschließlich Gasleitung und CO₂-Abscheidung liegen bei rund 8 Millionen Euro.

    Zusammen mit der Vergärungsanlage in Leonberg umfasst das Gesamtprojekt Investitionen von etwa 54 Millionen Euro.

    Nach Angaben der Projektbeteiligten können beide Anlagen zusammen jährlich rund 18.000 Tonnen CO₂-Emissionen einsparen. Das entspricht ungefähr dem durchschnittlichen jährlichen CO₂-Ausstoß von etwa 1.600 Menschen.

    Die Anlage ist Teil des Energiekonzepts an der Energiedrehscheibe Nord Sindelfingen, an dem neben der Biogasaufbereitung auch Photovoltaik sowie weitere erneuerbare Energieanlagen vorgesehen sind.

    Energiedrehscheibe Nord – wichtigste Daten zum Biogas

    • Standort: ehemalige Deponie Dachsklinge, Sindelfingen
    • Projektregion: Landkreise Böblingen und Esslingen
    • Biogasleitung: ca. 3,3 km von Leonberg nach Sindelfingen
    • Biomethanproduktion: ca. 40.000 MWh pro Jahr
    • CO₂-Rückgewinnung: ca. 5.000 Tonnen jährlich
    • Gesamtinvestition: rund 54 Millionen Euro
    • CO₂-Einsparung: etwa 18.000 Tonnen pro Jahr

    Windkraft an der Energiedrehscheibe Nord

    Wo stehen die Windräder?

    Nicht weit vom Eichholz, zwischen dem Sommerhofental und dem Stuttgarter Kreuz, entsteht ein neues Zentrum nachhaltiger Energie: die Energiedrehscheibe Nord Sindelfingen.

    Hier sollen fünf Windräder gebaut werden:

    • drei auf Sindelfinger Gemarkung
    • zwei auf Magstadter Seite

    .


    Lage der Windkraft-Anlagen und Auswirkungen auf das Eichholz

    Die geplanten Anlagen liegen überwiegend auf bereits vorbelasteten Flächen, beispielsweise:

    • entlang der Autobahn
    • auf der ehemaligen Deponie Dachsklinge

    Nach vorliegenden Gutachten werden keine erheblichen Beeinträchtigungen durch Lärm oder Schattenwurf für das Wohngebiet Eichholz erwartet.



    Fazit

    Die Energiedrehscheibe Nord Sindelfingen ist ein langfristig angelegtes Infrastrukturprojekt zur regionalen Energieversorgung.

    Durch die Kombination aus Windenergie, Photovoltaik, Biomethan und Biomasse entsteht ein Energiestandort, der verschiedene erneuerbare Energiequellen miteinander verbindet und zur lokalen Energieversorgung beitragen soll.

    Weiterführende Links und Informationsquellen:

    👉Windkraft BB

    👉Horber Rückenwind

    👉Pro Windkraft Neckar-Alb

    👉Rückenwind Herrenberg

    Bildquellen: Alle Bilder in diesem Beitrag- Mit freundlicher Genehmigung der Stadtwerke Sindelfingen

    Bild oben: Fotomontage-Windräder vom Sommerhofental aus gesehen wo die Straße (Hohenzollernstraße) vom Eschenried zum Badezentrum führt (maßstabsgestreu).

    Energiedrehscheibe auch vom Dachskopf sichtbar

    Die Entwicklung der Energiedrehscheibe lässt sich auch aus der Umgebung gut beobachten. Wer auf der neuen Aussichtsplattform am Dachskopf steht, blickt direkt auf das Gelände der ehemaligen Deponie Dachsklinge.

    Bereits heute sind dort die großen Photovoltaikflächen sowie die Anlagen der neuen Biogasanlage deutlich zu erkennen. In Zukunft werden von dort aus auch die geplanten Windräder sichtbar sein.

    Mehr zur neuen Aussichtsplattform und zum Blick über das Eichholz gibt es im Beitrag
    👉 Der Dachskopf – neue Aussichtsplattform beim Eichholz lädt zum Entdecken ein

    Weiterführende Links der Stadtwerke Sindelfingen:

    🔗Energiedrehscheibe NORD

    🔗Methanisierungsanlage